Umwelt

Erderhitzung: Wie schlimm wird es? 

2019 befürchtete der US-amerikanische Wissenschafts-Journalist David Wallace-Wells noch, dass die Erde unbewohnbar werden könnte. Im Oktober 2022 gab er teilweise Entwarnung: Würden die Maßnahmen umgesetzt, die von den Regierungen seitdem beschlossen worden waren, so landeten wir nicht mehr bei einer Erwärmung um 4 bis 5 °C, sondern um 2 bis 3 °C. 

Doch warnte die Klimaforschung auch vor einer Erderhitzung um zwei Grad: Innerhalb weniger Jahrzehnte würde es auf 20 % der Erdoberfläche für Menschen unerträglich heiß sein. Inseln würden im Meer versinken, Öko-Systeme kollabieren, überschrittene Kipppunkte die Lage verschärfen. Der Lebensraum von Milliarden würde unbewohnbar werden. Extremwetter wie Dürren, Hitze, Sintfluten und Monsterstürme würden überall dramatisch zunehmen. Zu befürchten wären deshalb Missernten, Hungersnöte und Kriege um knapper werdende Ressourcen. 

Angesichts derartiger Aussichten wurden viele Menschen aktiv, mahnten, demonstrierten oder klebten sich gar auf die Straße, um die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern. 

Jetzt blockiert die Natur 

Inzwischen klebt niemand mehr: Um Klima-Proteste kümmert sich nun die Natur. In Kanada brannten die Wälder, im Hitze-geplagten Indien nahmen sich zehntausende Landbewohner das Leben, in Somalia fiel fünf Jahre in Folge die Regenzeit aus. Wer tatsächlich für die Klimakatastrophe verantwortlich ist, ist der Natur egal. Sie lässt auch keine Rettungsgasse frei, wenn sie Straßen blockiert. Sondern sie packt die Autos, ersäuft ihre Insassen und schleudert sie gegen einbrechende Häuserwände. Und während sich die Letzte Generation irgendwann entmutigen ließ, blockiert die Natur unbeeindruckt von Gerichtsurteilen einfach immer weiter. Je länger, desto schlimmer. 

Von Katastrophen unbeeindruckt 

Leider reagiert die Politik auf die Protest-Aktionen der Natur nicht anders als auf diejenigen der Letzten Generation: mit trotziger Leistungsverweigerung. Heute halten sich die Regierungen nicht einmal mehr an ihre alten, ungenügenden Beschlüsse. In den USA regiert ein Klimawandelleugner, Europa rudert beim Green Deal wieder zurück, und in Deutschland haben etwa vier von fünf Menschen Parteien gewählt, die ernsthaften Klimaschutz nicht auf ihrer Agenda haben. Die weltweite Transformation hin zu den erneuerbaren Energien wird nicht etwa von den Demokratien vorangetrieben, sondern von China, dem weltgrößten Emittenten. Ausgerechnet das repressive China hat verstanden, dass es den Klima-Protesten der Natur mit staatlicher Unterdrückung nicht beikommen kann.  

2024 war das erste Kalenderjahr, in dem die 1,5-Grad-Grenze von Paris gerissen wurde. Es wird nicht das letzte bleiben: Weltweit steigt der Treibhausgas-Ausstoß weiter an. 

Aber warum schreibe ich das? Warum beschäftige ich mich überhaupt noch mit Klimapolitik? Was soll ich ausrichten gegen den mächtigen gesellschaftlichen und politischen Sog in die falsche Richtung? 

Meine Texte zum Klima

Ich habe viele Stunden in Klima-Aktivismus investiert.

Zuerst versucht habe ich es bei der Letzten Generation (heute Neue Generation). Ich habe selbst keine Straßen blockiert, aber ich habe für die Letzte Generation geschrieben und auf ihren Protestmärschen Reden gehalten. Hier ist eine davon. Ich stelle sie ein, weil ich heute noch genauso begründen würde, warum die deutsche Regierung sich für ernsthaften Klimaschutz entscheiden sollte: 

Danach habe ich mich bei der Klimaliste Deutschland engagiert. Auf Bundesebene halte ich Stimmen für diese Kleinstpartei wegen der Fünf-Prozent-Hürde für verschenkte Stimmen. Auf lokaler Ebene ist sie jedoch erfolgreich. Ich habe sie bei der Europawahl 2024 unterstützt. Diese Wahl schien mir eine Gelegenheit, Druck auf die Grünen auszuüben nach dem Motto: Wenn ihr das Klima nicht schützt, tun es andere. 

Deshalb habe ich für das Europawahlprogramm der Klimaliste unter anderem folgende Texte geschrieben: 

Heute scheint mir ein Engagement bei der überparteilichen Organisation GermanZero sinnvoller. Nach Trumps Wahlsieg habe ich dort folgenden Blog-Beitrag veröffentlicht:

Wenn es so nicht geht, muss es anders gehen

Wenn Klima-Kommunikation bisher gescheitert ist, bedeutet das nicht, dass sie auch in Zukunft scheitern muss: Wir können dazu lernen. Wie eine erfolgreiche Klima-Kommunikation aussehen könnte, habe ich in folgendem Beitrag beschrieben: 

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