Antisemitismus von links

Thema: Israel
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Antisemitismus von links
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Von Linken sollte man Antisemitismus eigentlich am wenigsten erwarten. Ist nicht ihr Ideal, dass wir Menschen alle gleich sind und dass niemand wegen seiner Ethnie oder Religion diskriminiert werden soll?

Wie es sich damit in den USA verhält: Dazu erschien im Juni 2026 „The Jews and the Left“ von Batya Ungar-Sargon. Was sie schildert, ist in großen Teilen auch auf Europa übertragbar. Ich gebe hier die großen Entwicklungen, die Ungar-Sargon darstellt, in groben Zügen wieder. Details, Beispiele und Quellenbelege finden Sie in ihrem fesselnden Buch. 

In einem Punkt unterscheiden sich die Verhältnisse in den USA von denen in Europa: Die USA waren traditionell den Juden gegenüber sehr aufgeschlossen. Hier wurden sie nicht etwa nur toleriert, sondern von Anfang an geschätzt. Ihre Beiträge zur Entwicklung der USA wurden neidlos anerkannt. 

Sicherlich, auch in den USA gab es antisemitische Aufwallungen: In den 1880er-Jahren versuchten Teile der Oberschicht, aufstrebende Juden klein zu halten. Nach dem Ersten Weltkrieg richtete sich die Gewalt des Ku Klux Klan auch gegen Juden. Und in den 1930er-Jahren blieben auch die USA nicht von dem Einfluss der Nazi-Propaganda verschont.

Die Linke verhielt sich jedoch lange Zeit nicht antisemitisch. Die meisten amerikanischen Juden fühlten sich der Linken oder den Liberalen zugehörig. Zum einen, weil sie deren Werte teilten: Mitgefühl, Willkommenskultur gegenüber Fremden, soziale Gerechtigkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den indigenen Völkern.

Zum anderen schätzt die jüdische Tradition Skepsis, Infragestellung von Autoritäten und die Kraft des besseren Arguments. Auch das verband Juden mit der amerikanischen Linken zu einer Zeit, als die Linke dort noch nicht autoritär die freie Rede unterdrückte und fehlende Linientreue abstrafte. Hinzu kommt, dass viele Juden die Rechte für bedrohlicher hielten als die Linke – mit Blick auf Europa natürlich zurecht. Aber für die heutigen USA trifft diese Einschätzung nicht mehr zu.

Jüdischer Einsatz für die Interessen der Arbeiterschaft
Die jüdischen Flüchtlinge aus Europa wurden zwar nicht als Juden diskriminiert. Aber mittellos wie sie waren, wurden viele zunächst wirtschaftlich ausgebeutet. Auch daher rührt ihre Neigung zur Linken. Denn viele jüdische Arbeiter nahmen die schlechten Arbeitsbedingungen nicht widerspruchslos hin, sondern kämpften für Arbeitnehmerrechte und stärkten die Gewerkschaften. Herausragend war die jüdische Gewerkschafterin Clara Lemlich, die 1909 zu einem Streik mobilisierte, der zu deutlich besseren Arbeitsbedingungen der New Yorker Textilarbeiterinnen führte.

Clara Lemlich, 1909

Clara Lemlich, 1910 (Quelle: Wikipedia)

Gleichzeitig entwickelten sich die jüdischen Arbeiter aber auch wirtschaftlich weiter und waren deshalb bald keine Arbeiter mehr, sondern in der Mittelschicht angekommen. Doch auch dann noch blieben sie der Arbeiterschaft verbunden. So wurden Juden der Mittel- und bald auch der Oberschicht zu wichtigen Stützen der Arbeiterbewegung. 

Unter Roosevelt: bittere Kompromisse für den Sieg über Nazi-Deutschland 
Großen Zuspruch unter den amerikanischen Juden fanden die Wirtschafts- und Sozialreformen von Franklin D. Roosevelt zwischen 1933 und 1938. Diesen „New Deal“ fanden sie attraktiver als den Sozialismus. Denn sie versprachen sich mehr davon, die Verhältnisse innerhalb des Kapitalismus zu ändern, als ihn abzuschaffen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Franklin D. Roosevelt von den europäischen Juden kritisch gesehen, weil er ihnen die Flucht in die USA nicht ermöglichte. Die amerikanischen Juden führten das jedoch auf Koalitionszwänge zurück: Wollte Roosevelt den Krieg gegen Nazi-Deutschland gewinnen, so musste er auf Koalitionspartner Rücksicht nehmen, die Immigration strikt ablehnten. Immerhin versuchte Roosevelt, Juden auf andere Weise vor dem Holocaust zu retten, was ihm bei etwa 200.000 Juden auch gelang – viel und doch wenig angesichts sechs Millionen ermordeter Juden. Vor allem aber gewannen die Alliierten mithilfe der USA den Krieg.

Juden und Bürgerrechtsbewegung: Ein starkes Bündnis zerbricht
Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung hatte in ihrem Kampf um Gleichberechtigung für Afroamerikaner in den Juden starke Verbündete, die für ihre Sache große Opfer auf sich nahmen. Juden aus den Nordstaaten fuhren als Freedom Riders in den Süden, um dort unter Lebensgefahr gegen die Rassentrennung zu protestieren. So zogen sich die Juden die Feindschaft des Ku Klux Klan zu. Dass dieser Anschläge gegen jüdische Familien ausführte, erboste deren weiße Nachbarn so sehr, dass sie sich auf die Seite der Juden stellten und sich deren Forderung nach gleichen Rechten für Afroamerikaner zu eigen machten. Juden haben deshalb erheblichen Anteil am Erfolg der Bürgerrechtsbewegung.

In den späten 1960er-Jahren änderte die Linke ihren Charakter: Weg von der Forderung nach Gleichheit für alle, hin zu einer grundsätzlichen Ablehnung jeder Macht sowie zu einer ideologischen Überhöhung des Opfer-Status. Für Juden war diese Entwicklung insbesondere dann ungünstig, wenn sie dank ihrer hohen Leistungsbereitschaft zu erfolgreich geworden waren, um im Wettbewerb um den schlimmsten Opfer-Status mithalten zu können.

Zwar war niemandem Schlimmeres widerfahren als den Juden zur Zeit des Holocaust. Aber dieser hatte sich nicht in den USA ereignet. Dort war es den Juden weit besser ergangen als den Afroamerikanern, die mit allgegenwärtiger Diskriminierung zu kämpfen hatten.

Lange hatten Afroamerikaner in den Juden geschätzte Verbündete gesehen im Kampf um ihre Rechte. Doch dann ersetzte das Black Power Movement das Ideal eines geeinten Amerika von gleichberechtigten Bürgerinnen und Bürgern durch einen Separatismus, der auf das fokussiert, was die Menschen unterscheidet. Jede ethnische Gruppe fand nun ausgiebig Gehör in ihrer Klage über die für sie spezifischen Marginalisierungserfahrungen. 

Mit Ausnahme der Juden: “Juden wissen, wie sie alles unter ihre Kontrolle bringen können, was euch gehört (They know how to control everything you got)”, hetzte Malcolm X bereits 1962. Antisemitismus wurde zum festen Bestandteil des Black Power Movement. Antisemitisch zu sein, wurde zur Tugend erklärt wie gegen Weiße zu sein. 

Ungünstig für die amerikanischen Juden war die neulinke Opfer-Ideologie auch deshalb, weil sich die meisten Juden mit Israel verbunden fühlten. Als Zionisten wussten sie: Zionismus ist das genaue Gegenteil einer Verherrlichung des Opfer-Status. Er ist eine Revolte gegen diesen Status und hat zum Ziel, diesen zu überwinden. 

Auch eine grundsätzliche Ablehnung von Macht kommt für Zionisten nicht infrage. Denn dass machtlose Juden in Massen ermordet werden, hatte nicht nur die jüngste Geschichte gezeigt: Umgeben von genozidal gesinnten Staaten, konnten die Juden nur überleben, wenn sie über Macht verfügten.

Tot in einem zerstörten Land: Nur so mag die Linke die Juden 
Offen zutage traten die Gegensätze zwischen der ideologisch abgedrifteten Linken und den Juden nach dem Sechstagekrieg von 1967. Fünf arabische Staaten hatten ihre Armeen aufgeboten, um gemeinsam den europäischen Holocaust in Nahost fortzusetzen und alle Juden in Israel zu ermorden. Indem Israel sich gegen diese Übermacht siegreich behauptete, gar Geländegewinne machte, war es plötzlich nicht mehr der schwache, hilflose Staat der Holocaust-Überlebenden, mit dem man sich als Linker wohlfeil identifizieren konnte. Nein: Wer es jetzt noch mit den Schwachen halten wollte, musste sich auf die Seite der gescheiterten arabischen Völkermörder stellen und diejenigen, die sich erfolgreich gegen ihre Ausrottung zur Wehr gesetzt hatten, als „Besatzer“ verteufeln.

Die ideologische Verherrlichung von Schwäche und Armut ist nur auf den ersten Blick gut für die Schwachen und Armen selbst. Denn geschätzt können sie nur bleiben, so lange sie schwach und arm bleiben – oder doch wenigstens so wahrgenommen werden, aller internationalen Unterstützung zum Trotz. Das motiviert eher nicht dazu, stark und wohlhabend zu werden. 

Zumal gilt: Wer als schwach und arm geframet ist, kann sich alles erlauben – Terror inklusive.

So war die Linke bei der Verherrlichung terroristischer Gewalt angekommen. Einst Anwältin der Arbeiter, hatte sie sich zu einer Bewegung entwickelt, die sich den emotionalen Befindlichkeiten der – angeblich oder tatsächlich – Marginalisierten widmet, diese infantilisiert und ihre Gewalttaten nicht ihnen selbst zum Vorwurf macht, sondern ihren Opfern.

In der Rolle der Marginalisierten sahen die Linken auch die militanten, von genozidalen Träumen beseelten Palästinenser. Diese hatten in den Befreiungsbewegungen der Dritten Welt ein Modell der Befreiung durch blinden Terror entdeckt, das sie nun auf Israel übertrugen: Israel, der Zufluchtsort der Holocaust-Überlebenden, wurde zur negativen Projektionsfläche einer verbissenen Postkolonialismus-Ideologie.

Völlig anders wirkte Israels militärischer Erfolg von 1967 auf die amerikanischen Juden. In Israel sahen sie nun einen starken, furchtlosen und wehrhaften Staat, der das Bild vom gejagten, gedemütigten, unterdrückten und jeder Mörderhorde hilflos ausgelieferten Juden hinter sich gelassen hatte. Auch viele nichtjüdische Amerikaner sahen den Sieg Israels positiv. Sie begannen, in Israel einen wichtigen strategischen Verbündeten im Kalten Krieg zu sehen, der Unterstützung verdiente.

Die Linke dagegen konnte dem Judenstaat nicht verzeihen, dass es ihm gelungen war, seine Bevölkerung vor dem Völkermord durch die Araber zu schützen. So wurde Zionismus in der Szene zum Schimpfwort. 

Dass Israel brutalem palästinensischem Terrorismus ausgesetzt war; dass es immer wieder Kompromisse angeboten hatte; dass es bereit war, das Land mit den Palästinensern zu teilen; dass tausende jüdische Zivilisten von arabischen Terroristen misshandelt, abgeschlachtet, verstümmelt worden waren; dass Israels Feinde nicht weniger im Sinn hatten als einen neuen Holocaust: All das war den Linken nicht der Rede wert. Gegen Israel zu sein, gehörte nun genauso dazu, wie gegen Kolonialismus, Rassismus und Apartheid zu sein.

Für die amerikanischen Juden war diese Entwicklung ein Schock. Sie sahen sich selbst als Vorkämpfer für linke Anliegen – und wurden nun plötzlich von den Linken abgelehnt. Und warum? Weil sie die Unverschämtheit besaßen, sich mit anderen Juden weltweit verbunden zu fühlen. Weil sie sich als Teil des jüdischen Volkes sahen. Weil sie nationale jüdische Selbstbestimmung in einem eigenen Staat bejahten. 

Ob an den Universitäten, in der Bürgerrechtsbewegung, in kulturellen Gemeinschaften oder in der New York Times: Überall schlug den Juden nun derselbe Hass entgegen.

Jüdische Lehrer als Sündenböcke 
An den staatlichen Schulen war die Segregation zwischen weißen und schwarzen Schülern 1954 abgeschafft worden. Zum Ärger afroamerikanischer Eltern waren jedoch die Leistungen ihrer Kinder auch in den 60er-Jahren noch überwiegend schwach. Statt nach Ursachen zu forschen, wurde nun nach einem Sündenbock gesucht. Und der bot sich an in Gestalt der Lehrkräfte – die damals überwiegend jüdisch waren.

Dass diese jüdischen Lehrkräfte nun von den afroamerikanischen Eltern abgelehnt wurden, war für sie verstörend. Sie waren hochmotiviert, ihren Beitrag zur Verbesserung der Lage der Afroamerikaner zu leisten. Dafür hatten sie die ungünstigen Arbeitsbedingungen an den armen staatlichen Schulen in Kauf genommen. Nun wurden sie angefeindet von denen, denen sie helfen wollten.

Identitätspolitik als Alibi-Politik für linke Ausbeuter
In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts schafften es Ideen aus der linksextremen Szene in den moderaten liberalen Mainstream. So auch die Identitätspolitik, die spezifische Gruppen wie Frauen, Afroamerikaner oder Queers begünstigt, was mit der Benachteiligung anderer Gruppen einhergeht. Nicht mehr Leistung und Qualifikation geben bei der Vergabe von Posten und Studienplätzen den Ausschlag, sondern sozialer Status, Ethnie oder sexuelle Orientierung. Diese Bewegung schwappte in die Unis über und von dort weiter in die Alltagskultur und in die liberalen Medien.

Warum war Identitätspolitik in der eher links stehenden Demokratischen Partei so beliebt?

Batya Ungar-Sargon meint: Die Demokraten verfolgten eine Politik der Globalisierung, die der Arbeiterschaft schadete, ihnen selbst jedoch zu Reichtum verhalf. Identitätspolitik bot ihnen die Chance, sich dennoch als moralisch überlegen zu inszenieren.

Doch wie schadete die demokratische Politik den Arbeitern? Dazu führt Batya Ungar-Sargon aus:

Die Auslagerung von Produktionsbetrieben ins Ausland kostete die amerikanischen Arbeiter unzählige Jobs. Gleichzeitig erleichterten demokratische Politiker die Massenmigration, was den Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich erhöhte. Für die Arbeiter bedeutete das höhere Arbeitslosigkeit und stagnierende Löhne bei explodierenden Lebenshaltungskosten. Den Rahm schöpften ihre demokratischen Volksvertreter ab, die dank ihrer universitären Ausbildung in gut bezahlten Führungspositionen untergekommen waren und nun von den niedrigeren Personalkosten profitierten. Hinzu kam, dass Obama schulische Berufsbildungsprogramme streichen ließ, die bis dahin vielen Menschen aus der Arbeiterschicht bessere Chancen verschafft hatten. All das hatte zudem den Effekt, dass weniger arbeitende Menschen mit den reich gewordenen Linken um Wohnraum, medizinische Versorgung oder Bildungsressourcen konkurrieren konnten.

Nun machten es die Republikaner sicherlich nicht besser. Aber soziale Politik für die Arbeiterschaft war eben auch nicht mehr das moralische Pfund, mit dem die Demokraten im politischen Wettbewerb punkten konnten. So verfielen sie darauf, ihre moralische Überlegenheit durch identitätspolitische Ideologie zu retten.

Die Rechten wurden als Rassisten gezeichnet, von denen man sich als Linker abgrenzen konnte, indem man die Welt einteilte in Mächtige und Machtlose. Die Mächtigen konnten tun was auch immer sie wollten: Sie waren als unverbesserlich böse gebrandmarkt. Moralisches Gewicht hatten ausschließlich die Machtlosen, und das völlig unabhängig davon, ob und wie gesetzlos oder unmenschlich sie sich verhielten.

Doch wie ließen sich die Mächtigen von den Machtlosen unterscheiden? Die Linken verfielen dabei auf einen Marker, von dem ihnen nicht auffiel, wie rassistisch er war: die Hautfarbe.

Mächtig = böse waren die Weißen, machtlos = gut die „People of Color“. Und da die amerikanischen Juden häufig weiß waren, waren auch Juden als böse gebrandmarkt. Dagegen waren die Palästinenser mit ihrem etwas dunkleren Teint „People of Color“, also a priori die Guten.

Immer wenn ich darüber lese, frage ich mich: Wie bekommen die linken Ideologen diesen Irrsinn nur mit der Realität zusammen? Lassen sich doch viele Juden in ihrem Aussehen überhaupt nicht von Palästinensern unterscheiden. Und wenn irgendwo der Rassismus grassiert, dann doch wohl im angeblich unschuldigen Gaza: Schwarze werden hier als „Sklaven“ bezeichnet und sozial isoliert. Eheschließungen zwischen Weißen und Schwarzen sind wegen des gesellschaftlichen Stigmas extrem erschwert, es sei denn, ein weißer Mann nimmt sich eine schwarze Frau als nachrangige Zweit- Dritt- oder Viertfrau. In Israel dagegen verkehren Menschen unterschiedlicher Hautfarben miteinander auf gleicher Augenhöhe und heiraten einander, ohne dass irgendjemand Anstoß nimmt. 

Wie also passt das alles zusammen mit dem linken Zerrbild von den bösen Zionisten und den lieben indigenen Palästinensern? 

Nun, es ist wohl so: Von Fakten hat sich ideologisches Denken noch nie irritieren lassen.

Black Lives Matter: jüdische Solidarität unerwünscht
Welchen Schaden dieser linksrassistische Antisemitismus angerichtet hatte, wurde nach dem Tod von George Floyd deutlich. Damals identifizierten sich viele amerikanische Juden mit Black Lives Matter. Zahlreiche jüdische Organisationen verfassten Resolutionen, in denen sie sich mit der Bewegung solidarisierten. Doch zu ihrer maßlosen Enttäuschung waren die Reaktionen durchweg entweder eisiges Schweigen oder Ablehnung.

Wie lässt sich erklären, dass die amerikanischen Juden dennoch mehrheitlich links oder liberal blieben und weiter Demokraten wählten? Nun, sie waren eben nicht nur Juden, sondern auch Studierende oder Hochschulabsolventen. Und an den amerikanischen Elite-Universitäten sind die Demokraten gesetzt.

Fragt sich nur: Wie lange noch?

Nach dem 7. Oktober: linke Solidarität mit den Mördern 
Gut möglich, dass die Elite-Unis mit ihrer Reaktion auf den 7. Oktober 2023 den Bogen überspannt haben.

An diesem Tag überfielen Hamas-Terroristen ein Musikfestival, ermordeten, vergewaltigten und verstümmelten dort 380 junge Menschen und machten sich anschließend über die Kibbutzim – jüdische Dorfgemeinschaften – her. Dort verbrannten sie lebende Babys und quälten ganze Familien grausam zu Tode. Über tausend Menschen wurden ermordet, oft auf unfassbar bestialische Weise. 250 wurden als Geiseln in den Gaza entführt, wo die Hölle auf Erden für sie begann. 

Begleitet waren die Terroristen von tausenden Zivilisten aus Gaza. Diese plünderten und verrieten die israelischen Opfer an ihre Henker.

An diesem und den folgenden Tagen offenbarte sich, wie weit die Linken sich von ihren humanitären Idealen entfernt und in ihre rassistisch-postkolonialistische Identitäts-Ideologie verrannt hatten: Für jeden empfindenden Mensch unfassbar, solidarisierten sie sich nicht mit den Opfern, sondern mit den Tätern. Dabei konnte ihnen die Dimension dieses Horrors nicht entgangen sein. Denn die Hamas-Terroristen filmten ihre entsetzlichen Taten selbst und prahlten damit in den sozialen Medien.

“Die Leichen waren noch nicht kalt, die Geiseln in den dunklen Tunneln von Gaza noch nicht gefesselt; die Vergewaltigungsopfer wanden sich noch unter den Schmerzen ihrer abscheulichen Schändung – da ertönte bereits aus dem Westen ein grausamer, höhnischer Ruf: ‘Na, was habt ihr denn erwartet?’”

Feministinnen und Menschenrechtsgruppen, die sonst immer die ersten waren, wenn es galt, Vergewaltigung als Kriegstaktik zu geißeln: Als die Opfer Jüdinnen waren, war ihre Reaktion ohrenbetäubendes Schweigen.  

Die antisemitische Linke verliert unter Juden an Rückhalt 
Unter Amerikas Juden führte diese Empathielosigkeit zu einem dramatischen Einbruch in der Unterstützung der Linken. 

Zwar wählten in New York auch nach dem 7. Oktober noch viele Juden einen Antizionisten – Mamdani – zum Bürgermeister. Es scheint sie nicht zu stören, dass seine Frau die Hamas preist und dass seine Anhänger mit dem Slogan „Globalize the Intifada“ zum Massenmord an Juden aufrufen, ohne dass Mamdani daran Anstoß nimmt. Landesweit jedoch hat die Zustimmung der amerikanischen Juden zu den Demokraten seit dem 7. Oktober rapide abgenommen. Gleichzeitig erreicht der Zionismus nun deutlich mehr amerikanische Juden. Laut Umfragen unterstützen inzwischen 81 % von ihnen Israel. 

Was die jungen Juden an den Universitäten angeht: Zur Verwunderung der Antizionisten kam es gerade unter ihnen zu einem explosionsartigen Anstieg des Zionismus. Dabei liegt der Grund auf der Hand: Auf ihrem Hochschul-Campus waren junge Juden mit dem linken Antisemitismus so stark konfrontiert wie wohl kaum jemand sonst.

So kann die amerikanische Linke heute allenfalls noch denjenigen Juden eine Heimat bieten, die sich lossagen von dem weltweit einzigen jüdischen Staat.

In Europa sieht es nicht besser aus. Weltweit ist in linken Kreisen der Begriff „Zionist“ zu einem Schimpfwort geworden. Salonfähig ist nur noch die Minderheit unter den Juden, die sich an Israels Selbstverteidigung abarbeitet, während sie die Pläne von Hamas und Hisbollah zur Ermordung aller israelischen Juden herunterspielt oder verdrängt. Oder die gar die Terroristen qua Hautfarbe für die Guten hält.

Quellen

  • Batya Ungar-Sargon (2026): The Jews and the Left 
  • Brendan O’Neill (2024): After the Pogrom: 7 October, Israel, and the Crisis of Civilization
  • Malcom X: zitiert aus http://www.edchange.org/multicultural/speeches/malcolm_x_history.html 
  • Zum Rassismus in Gaza: Anfragen bei der Ecosia KI und bei Gemini führten u. a. zu folgenden Quellenangaben:
    • https://www.ruhrbarone.de/rassismus-in-gaza/249418/ 
    • Wikipedia / Historische Nachschlagewerke: „Afro-Palestinians“ und der Eintrag zur Begriffsgeschichte von „Abeed“ im arabischen Raum. 
    • Associated Press / CityNews (2017): „Afro-Palestinians forge a unique identity“ (Interviews mit Afro-Palästinensern über Farbrassismus bei Heiratsfragen und Sprachgebrauch)

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