Zu der Neuerscheinung „Der andere Krieg“ von Florian Markl
Krieg ist schrecklich. Wenn Raketen einschlagen, Schüsse fallen, Frauen und Kinder sterben: Dann empfinden wir Mitleid mit den Opfern und Abscheu vor den Verantwortlichen. Aber wer ist verantwortlich?
Die Hamas-Terroristen, die das Massaker vom 7. Oktober 2023 verübt hatten, wussten, wofür sie verantwortlich waren: Sie hatten Raketen abgefeuert, fliehende Festival-Besucher erschossen, Kinder lebend verbrannt, Frauen vergewaltigt, Eltern und Kinder voreinander zu Tode gefoltert. Video-Clips dieser Verbrechen hatten sie massenhaft in den sozialen Medien verbreitet und so in Israel maximales Entsetzen ausgelöst. Wie sollten sie da noch verhindern können, dass die ganze Welt sie verabscheuen würde?
Terroristen setzen auf unsere Vergesslichkeit
Als Meister der Massenpsychologie kalkulierten die Terror-Vermarkter: Menschen sind vergesslich – und folgen am liebsten gedankenlos ihrer ersten emotionalen Aufwallung. Sie mussten also nur ihre Terror-Clips wieder entfernen, sobald diese in Israel ihren Zweck erfüllt hatten, und stattdessen die sozialen Medien fluten mit Bildern, die Hass auf Israel erzeugen.
Und so verschwanden die Horror-Clips vom 7. Oktober 2023 nach zehn Tagen wieder aus den sozialen Medien.
Die Werkzeuge der Massen-Manipulation: Bilder, Slogans, Wiederholung – und Prestige
Stattdessen bedienten die Hamas-Terroristen die Medien nun massenhaft mit immer den gleichen Motiven: Hier die israelischen Soldaten mit ihren High-tech-Waffen – dort die weinenden Frauen, blutenden Kinder und verzweifelnden Sanitäter von Gaza.
Die Deutung wurde gleich mitgeliefert: „Genozid!“, hämmerte es auf uns ein, „ethnische Säuberung!“, „Rache an der unschuldigen Zivilbevölkerung!“
Wer diesen Botschaften aus zwielichtigen Quellen wie Al Jazeera nicht glauben wollte, für den wurden scheinbar respektable Institutionen bemüht: Amnesty International, Human Rights Watch, die Vereinten Nationen, das Internationale Rote Kreuz – sagten sie nicht alle dasselbe? ARD, ZDF, der Spiegel, BBC, der Guardian: Schrieben sie nicht unisono, dass Israel eine Besatzungsmacht sei, der Gazakrieg unverhältnismäßig und Netanjahu ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Kriegsverbrecher? Und hatten denn nicht zwei angesehene internationale Gerichte die Genozid-Klage gegen Israel zugelassen?
Die Terror-Strategen konnten sich auf die Schenkel schlagen: Es war ihnen gelungen, prestigeträchtige westliche Institutionen vor ihren Karren zu spannen. Und die Weltöffentlichkeit ließ sich täuschen.
Für diese reiche Ernte waren die Hintermänner von Hamas & Co. bereits lange vor dem 7. Oktober losgezogen: Ausgestattet mit üppigen Geldmitteln aus Katar und dem Iran, hatten sie amerikanische Elite-Unis ebenso beackert wie Klima- und Menschenrechtsorganisationen sowie – als angeblich neutrale Berichterstatter – die „seriösen Qualitätsmedien“. Um die Vereinten Nationen, wo autokratische Regime die Mehrheit bilden, hatten sie sich nicht bemühen müssen: Die verfolgten schon längst eine antizionistische Agenda.
Wie verteidigt man sich gegen Barbaren, denen ihre eigenen Kinder nichts bedeuten?
Und so kommt, wer sich einen Rest an Urteilskraft bewahrt hat, aus dem Staunen nicht heraus: Da verteidigt sich der einzige jüdische Staat der Welt gegen eine unfassbar brutale Mörderhorde, die sich die Ausrottung aller Juden vorgenommen hat und die eben vorgemacht hat, wie grauenhaft ernst sie es damit meint. Und die öffentliche Meinung wendet sich nicht gegen die Mörder, sondern gegen ihre Opfer.
„Opfer?“, flötet es da aus dem Tagesschau-gläubigen Tal der Ahnungslosen: „Ist Israel durch den Gazakrieg nicht selbst zum Täter geworden?“
Dass Israel sich nach dem höllischen Hamas-Massaker verteidigen würde: Das hatten die terroristischen Meister der Massenmanipulation einkalkuliert. Und sich jahrzehntelang akribisch darauf vorbereitet: Sie hatten die künftigen Kriegsschauplätze so präpariert, dass im Krieg möglichst viele Zivilisten ums Leben kommen mussten. Wohlgemerkt: möglichst viele ihrer eigenen Zivilisten.
Leid und Tod in der eigenen Bevölkerung erzeugen, um den Hass der Welt auf Israel zu lenken: Das war der teuflische Plan, als die Hamas ihre Militärstützpunkte unter Krankenhäuser verlegte. Als sie ihr riesiges Tunnelsystem baute, um sich während des Krieges unter Zivilisten verstecken zu können, ohne auch nur einem einzigen von ihnen Schutz zu gewähren. Als sie der verarmten Zivilbevölkerung ihre Lebensmittel vor der Nase wegstahl.
Die Lehrmeister des Terrors hatten ihre eigenen Frauen und Kinder so sehr fanatisiert, dass diese mit weißen Fahnen auf israelische Soldaten zugingen, um sich vor ihnen in die Luft zu sprengen. Gebäude, von denen sich die Terroristen zurückzogen, verminten sie, sodass den israelischen Soldaten nichts anderes übrig blieb, als sie zu sprengen – auch, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Die so entstehenden Asphalt-Wüsten ließen sich wunderbar Israel anlasten.
Nützliche Idioten des Terrors
Aber wie kommt es, dass sich in New York, London und Berlin die Straßen bereits mit Pro-Hamas-Hysterikern füllten, als die Terror-Clips der Hamas noch im Netz waren und die israelische Gegenoffensive noch gar nicht begonnen hatte?
Nun, hier konnten sich die Propagandisten des Terrors auf die Zuarbeit israelfeindlicher Intellektueller verlassen: Die hatten den Progressiven des Westens die Köpfe verdreht mit dem Hirngespinst des Postkolonialismus.
Der Postkolonialismus teilt die Welt in zwei verfeindete Gruppen: hier die bösen Kolonialisten, dort die lieben Kolonisierten. Die kolonialistischen Ausbeuter vereinen alle Übel dieser Welt auf sich, die kolonisierten Ausgebeuteten sind zu keiner Missetat fähig.
Zu den Ausgebeuteten zählen in dieser verqueren Logik auch gewalttätige Islamisten. Dass sich deren Gräueltaten nicht leugnen lassen, ist kein Problem: Die werden einfach Israel angelastet, dem Meta-Kolonialstaat im postkolonialen Märchenpark.
Das funktioniert ungefähr so: Wie, die edlen Hamas-„Widerstandskämpfer“ vergewaltigen Frauen? Und das so brutal, dass ihnen die Knochen brechen? Und erschießen sie währenddessen auch noch? Und setzen die Vergewaltigung an der Leiche fort? Dann müssen die Israelis aber sehr böse sein.
Damit ist der Schulterschluss gegen Israel perfekt: Was für die Islamisten der „kleine Satan“ ist, ist für die Postkolonialisten der Kolonialstaat par excellence. Der Hass ist derselbe.
Juden sind Indigene
Moment mal: Israel – ein Kolonialstaat? Lebten Juden nicht seit Jahrtausenden in dem Land, das heute Israel heißt?
Natürlich. Ihre Verbundenheit zu diesem Land hatten sie sich immer bewahrt. Als im 19. und 20. Jahrhundert immer mehr europäische Juden einwanderten, kamen sie nicht als Kolonialherren, sondern als Flüchtlinge, von aller Welt Verstoßene, mörderischen Pogromen Entflohene, in den Ex-KZs der Nazis noch Jahre nach Kriegsende Zurückgelassene.
Dennoch machen heute nicht die europäischen Juden den größten Anteil der jüdischen Bevölkerung Israels aus. Sondern die Nachkommen jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern. Und während in dem vergleichsweise winzigen Israel heute zwei Millionen Palästinenser leben, als Staatsbürger mit gleichen Rechten, leben in den arabischen Ländern nur noch ein paar tausend Juden.
Zwei Millionen Araber in dem winzigen Staat der Juden – ein paar tausend Juden in der riesigen arabischen Region mit ihren 22 Staaten. Wie war das nochmal: Wer wirft hier wem Kolonialismus, ethnische Säuberung und Apartheid vor?
Doch solche Tatsachen spielen in der postkolonialistischen Ideologie keine Rolle. Und so kommt es, dass Queers für Palästina demonstrieren, obwohl sie in Palästina zu Tode geschleift würden. Da stehen sie in unseren Straßen und schreien ihren Hass hinaus gegen den einzigen Staat in Nahost, in dem Queers unbehelligt leben können.
„Der andere Krieg“: mit Fakten gegen den Irrsinn der Israel-Hasser
Diesem blindwütigen Hass setzt Florian Markl, wissenschaftlicher Leiter des Wiener Nahost-Thinktanks „Mena-Watch“, nüchterne Fakten entgegen in seinem neuesten Buch:
- Florian Markl (2025): Der andere Krieg. Wie das Völkerrecht gegen Israel missbraucht wird
Dabei fokussiert er auf die Frage: Was ist dran an den Vorwürfen, dass Israel mit seiner Kriegsführung in Gaza gegen das Völkerrecht verstoßen habe? Dass es Völkermord begehe, indem es Hunger als Waffe einsetze, wahllos Zivilisten töte, verbotene Waffen einsetze und anderes mehr?
Wie sorgfältig Markl bei der Widerlegung dieser Vorwürfe vorgeht, auf welche internationalen Gesetze er sich bezieht und wie er seine Argumente belegt: Das würde hier zu weit führen. Daher seien nur einige seiner Argumente, die ich für besonders wichtig halte, zusammengefasst, hier und da auch zugespitzt. Eine differenzierte Darstellung sowie ausführliche Quellenangaben finden Sie in Markls Buch.
Vorwurf Nr. 1: „Israel darf sich nicht militärisch gegen die Hamas verteidigen, weil die Hamas kein Staat ist.“
Selbstverständlich hat Israel das Recht auf Selbstverteidigung gegen die Hamas. Deren Terror-Angriff vom 7. Oktober war gewollt, bewaffnet und schwerwiegend, und Israels Antwort kam zeitnah: Darauf kommt es völkerrechtlich an. Dass die Hamas kein Staat ist, spielt keine Rolle.
Vorwurf Nr. 2: „Israel tötete im Gazakrieg absichtlich unverhältnismäßig viele Zivilisten.“
Wer sich in dicht bevölkertem Gelände verteidigen muss gegen eine gesetzlose Mörderbande, die sich hinter ihren eigenen Frauen und Kindern versteckt: Kann der sich an das Völkerrecht halten?
Ja, er kann. Israel war in dieser grauenhaften Lage, und es hat sich an das Völkerrecht gehalten.
Entgegen der öffentlichen Meinung lautet das Urteil der meisten Militärexperten und vieler Fachleute für humanitäres Völkerrecht: Wie vom Völkerrecht gefordert, war es Israels Strategie, nur militärische Ziele anzugreifen und alles zu tun, um den Schaden für die Zivilbevölkerung so gering wie möglich zu halten. Natürlich hat nicht jeder Soldat in jeder Situation das Richtige getan, wie in jedem Krieg. Aber in aller Regel waren die Einsätze so gezielt, wie es unter den gegebenen Umständen möglich war.
Zum Schutz der Zivilbevölkerung unternahm Israel mehr als vom Völkerrecht gefordert. In die militärische Planung waren Juristen einbezogen, die auf humanitäres Völkerrecht spezialisiert sind und als außergewöhnlich kompetent gelten. Auf ihre Rechtsberatung konnten die Kommandeure der israelischen Armee vor und während ihren Einsätzen in Echtzeit zugreifen.
Israel schützte die Zivilbevölkerung in Gaza unter anderem, indem es sie vor Angriffen aufforderte, das gefährdete Gebiet zu verlassen, sei es via Flugblatt, Telefonanruf, Textnachricht oder Radioankündigung. Oft nahm die Armee dafür in Kauf, dass auch die Terroristen von einem geplanten Angriff erfuhren und sich in Sicherheit bringen konnten. Wenn die Umstände eine vorige Warnung nicht ermöglichten, beispielsweise bei gezielten Angriffen auf Hamas-Kommandanten, ergriff die Armee andere Maßnahmen, um die zivilen Schäden möglichst gering zu halten.
Dass dennoch Zivilisten zu Tode kamen, war unvermeidbar, da die Hamas völkerrechtswidrig Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. Setzt man jedoch die Zahl der zivilen Opfer in Verhältnis zur Zahl der getöteten Terroristen, so ergibt sich ein Verhältnis von wahrscheinlich ungefähr 1:1,7. Anders ausgedrückt: Von 27 Getöteten waren 10 Terroristen.
Selbstverständlich ist jeder getötete Zivilist einer zu viel. Wir sollten mit allen Hinterbliebenen Mitleid empfinden, völlig gleichgültig, welchem Volk sie angehören. Aber genau deshalb ist es auch wichtig, festzuhalten: Relativ gesehen, war die Zahl der zivilen Opfer im Gazakrieg wahrscheinlich niedriger als in jedem anderen bewaffneten Konflikt, der jemals auf städtischem Terrain ausgetragen wurde.
Verhältnismäßig?
War also Israels Einsatz von Gewalt verhältnismäßig?
Der Einsatz militärischer Gewalt ist immer schrecklich. Aber wenn wir nach der Verhältnismäßigkeit fragen: Worauf kommt es dann völkerrechtlich an?
Völkerrechtlich ausschlaggebend ist das Verhältnis der eingesetzten Mittel zu den verfolgten Zielen, in diesem Fall: Befreiung der Geiseln und Zerstörung der Hamas.
Diese Ziele waren legitim. Um sie zu erreichen, war es selbstverständlich auch rechtens, den Krieg dorthin zu verlegen, wo die Hamas sich hinter der Zivilbevölkerung verschanzt hatte und wo sie die Geiseln versteckt hielt.
In diesem von der Hamas präparierten Terrain hat Israel offensichtlich getan, was es konnte, um die Zahl der zivilen Opfer so niedrig wie möglich zu halten.
Vorwurf Nr. 3: „Der hohe Anteil von Frauen und Kindern an den Opferzahlen zeigt, dass sich der Krieg gegen die Zivilbevölkerung richtete.“
Nach UN-Angaben hat der Gazakrieg bis September 2025 über 63.000 Tote gefordert. Doch wie glaubwürdig sind diese Zahlen – und wie viele der Toten sind Frauen und Kinder?
Die UN-Zahlen basieren auf Angaben der Hamas. Dass deren Angaben nicht zu trauen ist, zeigt der Blick in die Vergangenheit: Bei dem Krieg von Ende 2008 bis Anfang 2009 befahl die Hamas der Bevölkerung, keine näheren Informationen über die Getöteten zu machen, insbesondere ihre Zugehörigkeit zur Hamas zu verschweigen. Am Ende behauptete sie, dass von 1.300 Getöteten nur 48 Hamas-„Kämpfer“ gewesen seien. Später musste sie Analysen der israelischen Armee recht geben, nach denen der Anteil an getöteten Hamas-Terroristen weitaus höher war: 709 laut Israel, 600 bis 700 laut Hamas.
Gelogen hat die Hamas auch bei der israelischen Militäroperation im Sommer 2014. Damals wies sie die Bevölkerung an, den Status getöteter „Kämpfer“ zu verschweigen und stattdessen immer von „unschuldigen Zivilisten“ oder „unschuldigen Bürgern“ zu sprechen. Bei einem anderen Konflikt drei Jahre später sprach die Hamas von 55 getöteten Zivilisten, wenig später musste sie sich korrigieren: von den 60 Getöteten waren 50 Hamas-Mitglieder gewesen.
Vollends absurd sind die Angaben der Hamas zum Anteil von Frauen und Kindern an den Getöteten. An manchen Tagen lag dieser Anteil angeblich bei 99 %. Um nachzuhelfen, wurden schon mal Personen mit männlichem Vornamen als Frauen gelistet. An anderen Tagen lag der Anteil der Frauen und Kinder an der Gesamtzahl gar bei über 100 %.
Vergleicht man unterschiedliche Namenslisten der Hamas miteinander, ergeben sich haarsträubende Widersprüche: Tausende angeblich identifizierte Opfer verschwinden spurlos, Erwachsene werden zu Kindern umgeschrieben. Im Mai 2024 musste die UN eingestehen, dass die Zahl der angeblich in Gaza getöteten Kinder halb so groß war wie ursprünglich behauptet.
All das sind nur einige von vielen Ungereimtheiten, die der Hamas nachgewiesen werden konnten. In angeblich seriösen Medien wie CNN, BBC oder New York Times erfahren wir davon nichts. Sie folgen weiter den Vereinten Nationen, die unbeeindruckt weiter behaupten, die Zahlen der Hamas seien zuverlässig. Spätere Korrekturen erscheinen, wenn überhaupt, Wochen später auf den hinteren Seiten und werden kaum noch wahrgenommen.
Der Guardian setzte dem Ganzen noch die Krone auf: Er setzte die namentlich bekannten Gefallenen der Hamas kurzerhand mit der Gesamtzahl der getöteten Terroristen gleich – als ob namentlich nicht bekannte Mörder keine Mörder wären. So kam er auf einen Anteil ziviler Opfer von 83 %. Obwohl diese Rechnung offensichtlich unsinnig ist, wird die Zahl wieder und wieder zitiert.
Die Gegenrechnung
Wenn also die Vereinten Nationen ungeprüft Hamas-Zahlen übernehmen, dann ist diesen nicht zu trauen. Aber nehmen wir dennoch einmal an, dass die Gesamtzahl von 63.746 Getöteten bis Anfang September 2025 in der Größenordnung stimmt. Dann müssen wir davon knapp 10.000 Todesfälle abziehen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben. Denn so viele Menschen würden auch in Friedenszeiten sterben, bei einer Gesamtbevölkerung von etwa zwei Millionen. Weiter abzuziehen sind die getöteten Terroristen, laut israelischen Angaben bereits Anfang 2025 etwa 20.000, bis Anfang September sicherlich deutlich mehr. So kommt man zu einer Gesamtzahl getöteter Zivilisten von unter, wahrscheinlich weit unter 34.000.
Davon sind noch einmal diejenigen Todesfälle abzuziehen, die die Hamas und andere Terrorgruppen direkt selbst verursacht haben. Denn viele ihrer Raketen schlugen nicht in Israel ein, sondern explodierten bereits in Gaza, wo sie vermutlich hunderte, wenn nicht tausende Tote verursacht haben.
Vorwurf Nr. 4: „Israel ist seiner völkerrechtlichen Verantwortung, als Besatzungsmacht die besetzte Bevölkerung zu versorgen, nicht nachgekommen.“
Israel war in Gaza keine Besatzungsmacht. Dennoch hat es die Bevölkerung versorgt.
2005 hatte Israel seine Siedlungen in Gaza geräumt und seine Soldaten abgezogen. Seitdem war es dort völkerrechtlich eindeutig keine Besatzungsmacht. Regiert wurde der Streifen seit 2007 von der Hamas.
Um Israel dennoch als angebliche Besatzungsmacht anprangern zu können, fälschte man das Völkerrecht und erfand abenteuerliche Konstruktionen wie „atypische“ oder „funktionelle“ Besatzung. Man hielt Israel vor, dass es Flugverbotszonen eingerichtet habe sowie See- und Landgrenzen blockiere. Das war jedoch nötig, um die Einfuhr von Waffen zu verhindern. Dabei kontrollierte Israel nicht einmal alle Landesgrenzen, denn es gibt auch eine Grenze nach Ägypten. Dass es die Grenzen ins eigene Land kontrollierte, nennt man Grenzkontrolle, nicht Besatzung.
Obwohl Israel also keine Besatzungsmacht in Gaza war, versorgte es während des gesamten Gazakriegs die feindliche Bevölkerung mit humanitären Gütern. Eine kurzfristige Unterbrechung im Frühjahr 2025 geschah unter der Annahme, dass noch genügend Lebensmittel in Gaza seien. Weil diese jedoch der Bevölkerung von der Hamas vorenthalten wurden, nahm Israel die Lebensmittellieferungen bald wieder auf. Versorgungsengpässe hatte die Hamas zu verantworten, die Lebensmittel stahl und Zivilisten gewaltsam daran hinderte, Lebensmittel anzunehmen.
Vorwurf Nr. 5: „Israel setzte weißen Phosphor ein, eine verbotene Brandwaffe, die schreckliche Verbrennungen verursacht.“
Schreckliche Verbrennungen kann auch ein Feuerzeug verursachen. Man kann damit aber auch eine Kerze anzünden.
Entscheidend ist nicht, was eine Waffe theoretisch anrichten könnte, sondern wofür sie in der Praxis eingesetzt wird. Und Israel setzte weißen Phosphor nicht als Brandwaffe ein, sondern als Leuchtmittel bei nächtlichen Einsätzen sowie zur Erzeugung von Rauchwänden, die als Blickschutz dienen sollten. Diese Anwendungen sind völkerrechtlich nicht verboten.
Vorwurf Nr. 6: „Israel beging in Gaza einen Völkermord.“
Völkermord-Anklagen gegen Israel sind aktuell vor zwei internationalen Gerichten anhängig: dem Internationalen Strafgerichtshof (IGH) und dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen (IStGH).
Die Ankläger müssen nachweisen, dass Israel Krieg führte in der eindeutigen Absicht, „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“. Israels Absicht war jedoch eindeutig eine völlig andere: Rückkehr der Geiseln und Vernichtung der genozidalen Terrorbande Hamas.
Um Israel dennoch eine Völkermord-Absicht unterstellen zu können, hat Südafrika vor dem IGH Zitate israelischer Politiker aus dem Kontext gerissen, sinnentstellend gekürzt und irreführend interpretiert. Emotionale Sätze, die unter dem unmittelbaren Eindruck des Hamas-Massakers gefallen waren, wurden als Belege angeführt, auch wenn die Politiker diese Sätze wenig später zurückgenommen hatten. Es spielte auch keine Rolle, ob von einzelnen Politikern im ersten Schmerz ausgestoßene Drohungen von der Regierung tatsächlich umgesetzt wurden oder nicht. Eindeutige Aussagen der Regierung über legitime Kriegsziele wurden unterschlagen.
So muss sich Israel beleidigen lassen von Südafrika, einem Land, in dem Vergewaltiger straflos ausgehen, Flüchtlinge von der medizinischen Versorgung ausgeschlossen werden, Journalisten bedroht und Protestierende von der Polizei brutal misshandelt werden.
Der Kläger-Staat Irland verfolgt eine andere Strategie: Weil er weiß, dass Israel keinen Völkermord begeht, hat er den IGH aufgefordert, den Begriff Völkermord so umzudefinieren, dass Israel darunter fällt: Der Gerichtshof solle „die Auslegung dessen, was unter Völkermord durch einen Staat zu verstehen ist“, erweitern.
Zivile Opfer: von der Hamas gewollt, von Israel vermieden
Auch Amnesty International schert sich bei ihrem Völkermord-Vorwurf nicht um Fakten. In ihrer Darstellung von 2024 blendet sie Umstände und Motive des Kriegs komplett aus. Alles, was Israels Vorgehen erklären könnte, von dem Tunnelsystem der Hamas bis zur Verminung von Gebäuden, wird unterschlagen. Amnesty tut so, als würde Israel ohne Grund wehrlose Zivilisten angreifen statt eine gut vorbereitete, hinter Zivilisten versteckte, 30.000 Mann starke Mörderbande.
Insbesondere fehlt in dem gesamten Amnesty-Bericht die Zahl der getöteten Terroristen. Auf die aber kommt alles an. Denn sie würde die unglaubliche Präzision belegen, mit der die israelische Armee Terror-Ziele trifft und zivile Opfer vermeidet. Eine Präzision, die in keinem auch nur annährend vergleichbaren Krieg jemals erreicht wurde.
Auch der UN-Menschenrechtsrat hat die geläufigen Falschbehauptungen gegen Israel als Tatsachen hingestellt. In einem Bericht von September 2025 hat das bekannt israelfeindliche Gremium aus dem Umstand, dass im Krieg Menschen sterben, einen Völkermord konstruiert. Würde man seiner Argumentation folgen, wäre jeder Verteidigungskrieg Völkermord.
Vorwurf Nr. 7: „Netanjahu ist ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Kriegsverbrecher.“
Dass der Premierminister von Israel heute mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, hat nichts mit irgendwelchen Kriegsverbrechen zu tun, aber alles mit einem Verbrechen, das nicht gegen Netanjahu im Raum steht, sondern gegen seinen Ankläger: Vergewaltigung.
Als der IStGH-Chefankläger, der mutmaßliche Missbrauchstäter Karim Asad Ahmad Khan, die Haftbefehle gegen Netanjahu und den damaligen Verteidigungsminister Gallant beantragte, war die Frau, die ihm schweren sexuellen Missbrauch bis hin zu Vergewaltigung vorwirft, im Begriff, gegen ihn auszusagen. Da sie wie er israelfeindlich eingestellt war, hatte er ein Druckmittel gegen sie in der Hand: Er stornierte eine lange geplante Recherche-Reise nach Israel, schusterte ohne weitere Untersuchungen hastig die Haftbefehle gegen Netanjahu und Gallant zusammen und setzte dann sein Opfer unter Druck mit dem Argument: Würde sie ihn als den Ankläger hinter den Haftbefehlen mit ihren Missbrauchsvorwürfen belasten, so würde sie auch die Haftbefehle selbst in Misskredit bringen.
Auf die missbrauchte Kollegin machte das Eindruck. Nur weil er fortfuhr, sie zu missbrauchen, hat sie schließlich doch ihr Schweigen gebrochen. Danach hat eine weitere Frau ihm vorgeworfen, sie wiederholt zu sexuellen Handlungen gedrängt zu haben.
Und das ist noch nicht alles: Khan hat schon einmal in einem Verfahren, das seine Integrität sehr fragwürdig erscheinen ließ, gegen eine Person Haftbefehl erlassen, die dann wegen fehlender Beweise wieder aus dem Gefängnis entlassen werden musste.
Das also ist der Tatverdächtige, der, um von seinem eigenen Kerbholz abzulenken, mit eilig zusammenphantasierten Vorwürfen den Premierminister Israels und dessen ehemaligen Verteidigungsminister hinter Gitter bringen will. Und das, obwohl der IStGH für den Fall gar nicht zuständig ist, weil Israel kein Vertragsstaat ist und Palästina kein Staat im Sinne des Römischen Statuts.
Absurde Vorwürfe aus unglaubwürdiger Quelle
Entsprechen haltlos sind denn auch Khans Vorwürfe:
- Khan behauptete eine Blockade von Rafah zu einer Zeit, als dieser Grenzübergang nicht unter israelischer Kontrolle stand und meist für Hilfslieferungen passierbar war. Und das, obwohl sich Israel mehrfach bei Ägypten für die Öffnung dieses Grenzübergangs eingesetzt hatte.
- Khan behauptete eine Wasserblockade, obwohl Israel nie Gazas Hauptquelle für Wasser gewesen war. Von den drei Wasser-Piplines nach Gaza beschädigte die Hamas zwei, sie wurden jedoch bald repariert.
- Khan warf Israel die Unterbrechung von Stromlieferungen vor, obwohl es die Hamas war, die neun der der zehn Stromleitungen von Israel nach Gaza zerstört hatte. Da sich diese Leitungen unter dem permanenten Raketenbeschuss der Hamas zunächst nicht instandsetzen ließen, lieferte Israel zunächst Treibstoff für die zahlreichen Strom-Generatoren in Gaza.
- Khan warf Israel eine vorsätzlich herbeigeführte Hungersnot in Gaza vor, auf Basis von UN-Warnungen, die wenig später als unzutreffend zurückgenommen werden mussten.
- Khans Vorwurf der „Ausrottung“ war derart absurd, dass er sogar von der Vorverfahrenskammer des IStGH selbst direkt abgelehnt wurde.
Da haben wir also einen Haftbefehl, ausgestellt von einem unzuständigen Gericht, basierend auf offensichtlich falschen Begründungen, beantragt von einem mutmaßlichen Missbrauchstäter, der in dem Völkerrecht ein Mittel sieht zu dem Zweck, von seinen eigenen Verbrechen abzulenken: Wer glaubt da noch im Ernst, dass die Staaten verpflichtet wären, einem derart absurden Haftbefehl Folge zu leisten?
Wie lange wollen wir uns noch blenden lassen?
Unter Islamisten kursiert das arabische Sprichwort: „Nach dem Samstag kommt der Sonntag“. Will heißen: Nach dem jüdischen Israel knöpfen wir uns den christlichen Westen vor.
Es wird Zeit, dass wir im Westen uns nicht länger von den Feinden Israels auf der Nase herumtanzen lassen. Sie sind auch unsere Feinde.
Warum fordern sie nicht „Free Iran!“?
Heute, am 6. Januar 2026, möchte ich ergänzen: Die Feinde Israels sind auch Feinde des iranischen Volkes. Denn auf wessen Sieg hoffen sie: Auf den Sieg der Menschen, die jetzt im Iran ihr Leben riskieren für ihre Freiheit? Oder auf den Sieg der Mullahs, der staatsterroristischen Unterstützer von Hamas und Hisbollah?
Wenn Palästina-Aktivisten für Freiheit sind, wie ihr Slogan „Free Palestine“ suggeriert: Warum gehen sie nicht für die Freiheit des iranischen Volks auf die Straße, jetzt, wo die Menschen im Iran so dringend auf unsere Solidarität angewiesen sind?
Nein: Nicht die Feinde Israels stehen für Freiheit, sondern Israel.
Israel gehört zu uns. Seine Werte sind unsere Werte.
Es ist nicht Israel, es sind seine Feinde, die das Völkerrecht mit Füßen treten und die alles kaputt schlagen wollen, was uns heilig, lieb und teuer ist.