Was hilft Menschen an ihrem Lebensende?
Wenn die Körperfunktionen nachlassen: Dann kann es ungeheuer wichtig werden, Schmerzen zu lindern, die Atmung zu erleichtern, die Stirn mit einem feuchten Waschlappen zu kühlen, Essen und Trinken geduldig in leicht schluckbaren Dosen zu geben.
Wir werden uns nach Harmonie mit unseren Lieben sehnen. Zwar durchleben manche Menschen Phasen der heftigen Auflehnung. Dann können auch böse Worte fallen. Insgesamt aber überwiegt der Wunsch nach Frieden. Streiten werden wir schon deshalb nicht mehr wollen, weil uns dazu die Kraft fehlt. Aber auch, weil wir nicht im Streit auseinandergehen wollen.
Wird Religion am Lebensende benötigt? Nicht immer. Es gibt Menschen, die ohne Angst das Nichts erwarten. Religion kann das Sterben sogar erschweren, wenn sie das Gewicht auf beängstigende Jenseits-Szenarien legt. Ein Segen kann sie sein, wenn sie Gottvertrauen vermittelt – und wenn uns dieses nicht auf den letzten Metern verlässt. Vielleicht wächst es uns aber auch unvermutet zu.
Wie können Angehörige und Ehrenamtliche helfen? Indem sie es aushalten, dass sie nicht helfen können. Und dennoch bleiben, liebevoll, so lange der oder die Sterbende es will.
Sterbende können von einer starken Unruhe ergriffen werden. Wäre es doch schon vorüber, mögen die Angehörigen dann insgeheim denken. Aber vielleicht muss ein Sterbender noch etwas mit sich ausmachen, bevor er in Frieden gehen kann.
Kraft, Trost und Friede wünsche ich allen, die Sterbende begleiten, und allen Sterbenden.
Was ich während meiner Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospiz-Helfer gelernt habe, finden Sie in diesem Kapitel aus meinem Buch „Das Übernatürliche“:
| Christen heute, November 2015 Sokrates im Hospiz Ein Gedankenexperiment: Sokrates trinkt nicht den Schierlingsbecher, sondern stirbt in einem Hospiz unserer Tage. Zum Artikel |