Als Lehrer für Deutsch als Zweitsprache mache ich täglich positive Erfahrungen mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Sie alle wollen Deutsch lernen, eine Arbeit finden und in Frieden und Sicherheit bei uns leben. Und sie sind bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Ihnen allen wünsche ich von Herzen, dass sie gut ankommen in Deutschland und hier erfolgreich ihren Weg machen.
Leider gibt es aber auch die anderen: diejenigen, die Frauen nicht respektvoll als Gleichberechtigte behandeln, die Homosexuelle ablehnen, die kriminell werden, die Juden bedrohen, Israel vernichten wollen und das demokratische Deutschland in ein Kalifat verwandeln wollen. Es sind weniger als viele meinen, ich begegne ihnen in meinem Alltag nicht. Aber es gibt sie, und wir müssen zwischen den einen und den anderen unterscheiden.
Die Debatte darüber nimmt oft groteske Züge an: Um die Bevölkerung vor Gewalttätern zu schützen, werden Menschen schikaniert, die keiner Fliege etwas zuleide tun. Derweil können die wahren Gefährder ihre Verbrechen ungestört vorbereiten, obwohl bei der Polizei Warnhinweise eingegangen sind dutzendweise.
Im ländlichen Osten der Republik, wo kaum ein deutscher Arzt praktizieren möchte, werden syrische Mediziner abgelehnt von Patienten, deren Leben niemand sonst retten kann. Rentner in Deutschlands Auswanderungsregionen wettern gegen die Einwanderer, die allein noch bereit sind, sie vor Ort zu bedienen, zu versorgen und zu pflegen.
Wir brauchen Einwanderung. Eine Kultur der Ausgrenzung ist nicht nur unmenschlich, wir können sie uns auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten.
Für das Europawahlprogramm 2024 der Klimaliste Deutschland habe ich dazu den folgenden Beitrag geschrieben. Heute würde ich ein stärkeres Gewicht auf die Bekämpfung von Frauenverachtung, Homophobie, politischem Islamismus und Antisemitismus legen. Dennoch halte ich die Argumente, die ich damals für eine grundsätzlich positive Sicht auf Migration angeführt habe, nach wie vor für richtig: